Die Oberrealschule Kempten

Die Oberrealschule Kempten Schulalltag nach dem Kriegg

Das Allgäu-Gymnasium Kempten hieß bis 1964 Oberrealschule. Dort war im Jahr 1945 nicht an einen normalen Schulalltag zu denken, da das Gebäude Geflüchtete und Vertriebene beherbergte. Erst im Juni 1946 konnte das Schulgebäude in der Salzstraße wieder bezogen werden. Schüler und Lehrer kehrten allmählich an die Schule zurück, doch es mangelte an allem,
insbesondere an Büchern und Unterrichtsmaterial. Aufgrund des Mangels an Brennstoff wurden alle Kemptener Schulen im kalten Winter 1946/47 über Weihnachten bis Mitte Februar geschlossen.

Rückkehr zur Normalität

Trotz der Umstände war die Schule ein Ort, der schnell zur Normalität zurückkehrte. Die Lehrkräfte organisierten neben dem
Unterricht zahlreiche Vorträge, Konzerte und Klassenfahrten. Für die 800 Schüler gab es ab Mai 1947 ein warmes Mittagessen in der Schulküche. Die Oberstufenschüler legten im Juli das erste Mal nach Kriegsende das Abitur ab.

Schule als Ort der Integration

Nach Kriegsende war die Schule für alle Jugendlichen ein wichtiger Ort für den Neuanfang. Bis zum Schuljahr 1950/51 lag der Anteil der heimatvertriebenen Schüler bei 32 %. Sie stammten überwiegend aus Gebieten im Sudetenland, Schlesien,
Ostpreußen und Pommern. Schnell entstanden Freundschaften, die teilweise bis heute halten.

Bald forderten die Jugendlichen mehr Mitbestimmung im Schulalltag, die 1949 als Schülermitverantwortung gesetzlich
verankert wurde.

(vgl. Petz, Wolfgang: Chronik Eine Schule in ihrer Zeit, S. 57-58, Jahresbericht 1950)

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