„Wir mussten innerhalb von
Dietger und Jürgen Pomp
24 Stunden unser Heim
verlassen und flohen mit
einem Treck nach Westen.“

Dietger, geboren 5. September 1939
in Jägerndorf
Jürgen, geboren 6. Dezember 1941
in Jägerndorf
Sie kamen Ende 1947 nach Kempten
Zwei Brüder auf der Flucht
Heimat und Kindheit
Die beiden Brüder Dietger und Jürgen Pomp erlebten eine weitgehend unbeschwerte Kindheit in Jägerndorf im Altvatergebirge. Sie verbrachten viel Zeit bei den Großeltern mütterlicherseits, die eine Metzgerei und einen Viehhandel betrieben. Ihr Vater stammte aus einer Gärtnerei und war im Zweiten Weltkrieg bei der Wehrmacht in Biarritz und in der Normandie (Frankreich) eingesetzt. Dort geriet er in englische Kriegsgefangenschaft. Die Familie erhielt die Nachricht, dass er gefallen war.
Flucht und Vertreibung
Als sich die russisch-deutsche Front Ende 1944 der Ortschaft im Sudetenland näherte, floh die Familie mit einem Treck über das Gebirge. Als sich die Lage beruhigte, kehrten sie zurück. In seinem landwirtschaftlichen Gut bot der Opa mütterlicherseits den russischen Soldaten vor Ort Tabak und Schnaps an, um Ruhe zu haben. Auf die russischen Frontsoldaten folgten tschechische Besatzer und die sofortige Ausweisung.
Neuanfang in Kempten
Über das Lager Birnfeld (Hassberge) ging es weiter nach Frankfurt (Main) zu einer Tante. Dort tauchte überraschend der Vater auf, die Familie war vereint.
Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte der Vater Gustav Pomp im Versand der Textilfirma Robert Chlupacek
gearbeitet. Diese Familie hatte in Kempten eine Tuch- und Schafwolle-Fabrik aufgebaut und holte Familie Pomp ins Allgäu.
Sie wurde in der Artillerie-Kaserne einquartiert und Gustav Pomp wurde Konkursverwalter der chemischen Fabrik von Edwin Piesch. Er fand mit Apotheker Dr. Brandt aus Beilngries einen Investor, der die Firma Cefak aufbaute, die bis heute am Ostbahnhof besteht. Vater Pomp wurde dort Prokurist.
Die Brüder Dietger und Jürgen Pomp gingen auf die Oberrealschule (heute Allgäu-Gymnasium). Beide wurden Ingenieure und leben heute mit ihren Familien in Kempten.

Quelle: Familie Pomp


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