Der Einsturz des Illerstegs
beim Kinderfest 1946
Nach den Entbehrungen des Zweiten Weltkriegs sollte der 29. September 1946 für alle Kinder in Kempten ein Tag der Freude werden. Die US-Militärregierung organisierte gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Roten Kreuz ein großes Kinderfest im Illerstadion. Es kamen schließlich rund 25.000 Menschen. Gleichzeitig war das Fest für die heimatvertriebenen Kinder eine Möglichkeit sich den Kemptnern anzunähern und gemeinsam zu feiern.
25.000 Menschen strömten zum Festgelände
Der wichtigste Zugang zum Festgelände war der Illersteg, eine 1930 gebaute Holzbrücke. Obwohl sie zwei Jahre zuvor verstärkt
worden war, blieb ein beschädigter tragender Balken unentdeckt. Gegen 15.45 Uhr erreichte die Überlastung ihren kritischen Punkt. Schätzungsweise 800 Menschen befanden sich gleichzeitig auf dem Steg. Durch Stau am Ausgang drängten immer mehr Besucher nach. Augenzeugen berichteten, dass die Brücke schwankte, sich zur Seite neigte und schließlich mit einem lauten Krachen einstürzte. Viele Menschen stürzten in die Iller.
Die tragischen Folgen des Einsturzes
Die Katastrophe forderte sieben Todesopfer, darunter auch Kinder, und über 200 Verletzte. Amerikanische Soldaten, Feuerwehr und Helfer retteten zahlreiche Menschen aus Wasser und Trümmern. Die anschließenden Untersuchungen deckten schwere organisatorische Mängel auf: zu wenig Polizei, unzureichende Planung und die enorme Menschenmenge hatten das Unglück begünstigt. Der Einsturz des Illerstegs blieb als tragisches Ereignis in der Geschichte Kemptens in Erinnerung.
(Stadtarchiv, Aktenzeichen 040/7.1, Monatsberichte, Monatsbericht vom 29.10.1946; Akten zum Illerstegeinsturz, u.a.Tätigkeitsbericht über das Kinderfest vom 27.09.1946 etc.)



