„Unsere Wertsachen und
Familie müller
das Essen haben wir
eingemauert und verputzt.“

Erika (*1934-1979)
Maria (*1936-2026)
Laura (*1941-2022)
in Endersdorf/Sudetenland
Sie bekamen zwei Stockbetten zugeteilt
Heimat und Kindheit
Familie Müller lebte in Endersdorf (heute Ondřejovice in Tschechien) an der Grenze zu Schlesien. Die Familie bestand aus Vater Franz, Mutter Elfriede und den drei Töchtern Erika (1934-1979), Maria (1936-2026) und Laura (*1941-2022). Der Vater war Zimmermann und wurde zur Wehrmacht eingezogen. Die Erinnerung an den Krieg war geprägt von Artillerielärm und der Flucht vor Tieffliegern.
Flucht und Vertreibung
Die russischen Truppen besetzen das Dorf und beschlagnahmten die Wohnung der Familie. Sie zogen zur Großmutter. Nach dem Abzug der
russischen Truppen stand die Wohnung
vorübergehend leer. In der Hoffnung auf eine spätere Rückkehr mauerten sie Vorräte und Habseligkeiten in einem Versteck auf dem Dachboden ein. Anfang 1946 folgte die endgültige
Vertreibung: Nur mit dem Nötigsten bepackt wurde die Familie über ein provisorisches Waldlager in Güterwaggons abtransportiert. Im Durchgangslager Hof Moschendorf folgte eine als entwürdigend empfundene Entlausung mit chemischen Mitteln. Die Fahrt führte sie weiter ins Allgäu.
Neuanfang im Allgäu
Nach der Ankunft in Kempten kam die Familie in das Flüchtlingslager in der Keselstraße. Das Lager war ein großer Raum, in dem die Familie zwei
Stockbetten zugeteilt bekam. Von da an war die Familie über den gesamten Winter auf Wohnungssuche beim Wohnungsamt. Vorübergehend erhielten sie ein kleines Hinterzimmer in der „Eich Wirtschaft“, bis sie eine
eigene Wohnung zugeteilt bekamen. Der Vater arbeitete zunächst in der Kaserne der Amerikaner, bis er eine Anstellung als Zimmermann erhielt und mit viel Eigenleistung ab 1963 für die Familie ein Haus bauen konnte.



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