Heinz Schubert

Eine glückliche Fügung brachte mich nach Kempten

Heinz Schubert
Heinz Schubert
Geboren am 7. Oktober 1912 in Zwettnitz bei Teplitz-Schönau.
Gestorben 26. August 2001 in Kempten.
1930 Abitur in seinem Heimatort.
Anschließend Kunststudium in Prag, wo er 15 Jahre lebte und als Akademischer Maler arbeitete.
1939 Heirat mit der promovierten Prähistorikerin Josefine Kollmann (1911–2009).
1941 Geburt der Tochter Ulrike.
Im Zweiten Weltkrieg Fronteinsatz, Gefangenschaft in Frankreich und Belgien
1947 Entlassung nach Kempten.
Zeichenlehrer an der Städtischen Mädchenrealschule.
Mitarbeiter der Volkshochschule Kempten.
25 Jahre Leiter des Berufsverbandes Bildender Künstler Schwaben-Süd.
 
 
1953 Kunstpreis der Stadt Kempten
1968 Kunstpreis des Bezirks Schwaben
1986 Bundesverdienstkreuz am Bande
1987 Verdienstmedaille des Bezirks Schwaben
1992 Goldene Residenzmedaille
1997 Merkur-Büste der Stadt Kempten
2015 Heinz-Schubert-Platz im Stadtpark

Der akademische Kunstmaler

Die Familie von Heinz Schubert betrieb im Erzgebirge ein Kolonialwarengeschäft, es gab Kaffee aus Bremen und Fisch aus Hamburg. Nach dem Abitur besuchte er die Karlsuniversität in Prag. Dort lernte Schubert seine Frau Josephine kennen. Die Familie wohnte gegenüber dem Nationaltheater an der Moldau. Im Zweiten Weltkrieg war er an der Ostfront und in Frankreich eingesetzt und schwer verwundet.

Anfang April 1945 floh Josefine Schubert mit ihrem Kind nach Leibneritz, wo ihre Eltern lebten. Schubert kam erst in französische, dann in belgische Gefangenschaft. Im April 1947 erhielt er die erlösende Nachricht: „Wir leben in Thüringen.“ Schubert nahm Kontakt mit seinem alten Freund Udo Scholz auf, der bereits in Kempten wohnte. Am 10. August 1947 löste Schubert in Dachau einen Fahrschein nach Kempten. „Kempten-Hegge oder Kempten/Allgäu?“, wollte der Schalterbeamte wissen. Doch das war dem Maler gleichgültig. Am 12. August konnte er in der Poststraße seine Familie in die Arme nehmen.

„Dann begannen wir von Null“, resümierte er. Doch mithilfe einiger Kemptener Familien fand er an der Rottachstraße eine Bleibe und in der Städtische Mädchenrealschule eine Anstellung. Schubert malte Architektur- und Städteansichten. Als Grafiker illustrierte er eine Vielzahl von Büchern, Schallplatten- und CD-Cover sowie Ansichts- und Grußkarten. Er dokumentierte zahlreiche historische, mittlerweile abgerissene Gebäude in Kempten. Das Wasserbecken auf dem Heinz-Schubert-Platz am Zumsteinhaus wurde von Schubert entworfen.

Heilige Familie auf der Brücke.
Londoner Hof Rückseite im Jahr 1947.
Grabstein auf dem städtischen Friedhof. Foto: Ralf Lienert

Hier steht die Biografie