„Es ist wichtig,
Ilse Roßmanith-Mitterer
dass man weiß,
wo man verwurzelt ist.“

Geboren am 14. September 1944
in Spachendorf
Sie kam 1946 nach Kempten
Schulleiterin an der Fürstenschule
bis zum Jahr 2009
Vorsitzende der Stiftsstadtfreunde
Zweiwöchige Reise ins Ungewisse
Heimat
Ilse Roßmanith-Mitterer wurde 1944 in Spachendorf (heute Leskovec nad Moravicí in Tschechien) geboren. Ihre jungen Eltern Bruno und Maria Roßmanith lebten gemeinsam mit den Großeltern Otto und Anna Krones in einem Haus. Der Vater war aufgrund des Verlusts des linken Armes aus dem Krieg zurückgekehrt, der Großvater Otto Krones war Schmied.
Flucht und Vertreibung
Ilse war erst eineinhalb Jahre, als ihre Eltern und Großeltern Mitte März angewiesen wurden, mit maximal50 kg Gepäck und den wichtigsten
Dokumenten zu einem Sammelplatz in Spachendorf zu kommen. Von dort begann die zweiwöchige Reise ins Ungewisse. Die Familie wurde mit vielen anderen Deutschen in
Viehwaggons über Prag nach Furth im Wald transportiert. Über Augsburg kam die Familie am 27. März 1946 in Kempten am Alten Bahnhof an.
Sie wurden zunächst im Gebäude der ehemaligen Spinnerei in der Keselstraße untergebracht. Im Herbst wurde dann die Großmutter väterlicherseits mit ihrem ältesten Sohn ausgewiesen und kam nach Kempten. Ilse Roßmanith-Mitterer erhielt durch unzählige Geschichten ihrer Oma ein lebendiges Bild von der alten Heimat.
Neuanfang in Kempten
Die Familie Roßmanith wurde auf einheimische Familien aufgeteilt. Ilse und ihre Eltern kamen im Kupferwerk Wankmiller am Feilbergbach unter, die Großeltern auf einem Bauernhof bei Lenzfried. Familie Wankmiller nahm sie gut auf und half ihnen 1951 eine Wohnung zu finden. Der Vater fand eine Anstellung bei der BayWa und die kleine Ilse lernte durch Besuche von Verwandten und Bekannten die
Stiftsstadt kennen, zu der sie sich noch heute eng verbunden fühlt.



Gruppenfoto auf den Stufen zur Basilika St. Lorenz.
Foto: Sammlung Roßmanith-Mitterer