„Die Fahrt im Güterzug
Jürgen Schiel
dauerte 16 Tage.“

geboren 30. Oktober 1935
aufgewachsen in Busteni bei Kronstadt
(Brasov/Rumänien)
1944 Flucht nach Schiltern
1945 Ankunft in Kempten
Er kam am 1. Januar 1945 in Kempten an
Heimat und Kindheit
Jürgen Schiel kam 1935 in Busteni,einer Kleinstadt in Rumänien, zur Welt und wuchs in einer Großfamilie auf. Sein Vater war Direktor einer großen Papierfabrik mit 1300 Mitarbeitenden, die sein Großvater Samuel zusammen mit seinem Bruder Carl gegründet hatte. Die beiden hatten auch die Maschinenfabrik Schiel in Kronstadt. Die Großmutter Mair stammte aus Heilbronn.
Flucht und Vertreibung
Im August beendete Rumänien das Bündnis mit dem Deutschen Reich und erklärte ihm den Krieg. Die Deutschen mussten fliehen. Deshalb stellte ein deutscher Offizier einen Güterzug für die deutschstämmige Bevölkerung des Ortes zusammen. Die Fahrt dauerte 16 Tage und endete im ehemaligen Kloster Schiltern in Niederösterreich. Unterwegs waren sie in Szolnok von Tieffliegern angegriffen worden, der Lokführer wurde getötet. Wenige Wochen später folgte eine erneute Flucht, diesmal zu einer Tante nach Traunstein und von dort am 1. Januar 1945 nach Kempten.
Neuanfang in Kempten
Der Vater bekam eine Stelle als technischer Leiter bei der Süddeutschen Markenbuttertonnen GmbH. Die Familie erhielt eine Wohnung im Haubenschloß, Jürgen Schiel kam in die dritte Klasse in der Wittelsbacher Schule. Am 27. April 1945 erlebte
seine Familie den Einzug amerikanischer und französischer Soldaten in Kempten. 1946 trat er ins humanistische Gymnasium ein und erlebte im September den Einsturz des Illerstegs als Augenzeuge mit. 1954 legte er sein Abitur ab und studierte Betriebswirtschaft. Er wohnt heute noch im Haubenschloß.



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