Rainer Heidlas

„Dann war meine Mutter
mit nichts dagestanden.“

Rainer heidlas
Rainer Heidlas
Geboren 19. September 1939
in Komotau/Sudentenland
1945 Flucht ins Egerland
1946 Ausweisung nach Bayern,
Endstation Kempten.
Oberrealschule
1956 lernt er seine Frau Erika
auf der Allgäuer Festwoche kennen
1961 Hochzeit in der St.-Mang-Kirche
1961 Geburt ihres Sohnes Ralf
Langjähriger Vorsitzender
der Stadtkapelle Kempten

Erst Flucht, dann Vertreibung

Heimat und Kindheit

Rainer Heidlas wurde 1939 geboren und wuchs zusammen mit seiner drei Jahre älteren Schwester in Komotau im Sudetenland auf. Seine Eltern betrieben eine Metzgerei. 1944 wurde sein Vater zum Kriegsdienst eingezogen und kam wegen seiner Körpergröße zur SS. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte der Vater zurück nach Hause und arbeitete wieder als Metzger. Dann kam eine Mitteilung, dass sich alle Männer zwischen 14 und 65 Jahren auf dem Sportplatz einzufinden haben. Dort wurde sein Vater als SS-Angehöriger erschlagen.

Flucht und Vertreibung

Die Familie mit Mutter, Großmutter und den Kindern floh sofort mit dem Zug ins Egerland. Dort hielt die Mutter die Familie mit Näharbeiten ein Jahr lang über Wasser. 1946 wurde Rainer mit seiner Familie von dort ausgewiesen. Sie fuhren im Güterzug über Regensburg nach Kempten.

Neuanfang in Kempten

In Kempten fand die Witwe mit ihren Kindern ein kleines Zimmer in der Frühlingstraße. Heimatvertriebene aus Komotau besorgten ihr eine Nähmaschine und so konnte sie wieder Geld verdienen. Rainer Haidlas besuchte die Wittelsbacher Schule und wechselte dann auf die Oberrealschule an der Salzstraße (heute: Allgäu-
Gymnasium). Sein Nachbar war Stadtkapellmeister Hugo Schmith, der ebenfalls aus dem Sudetenland stammte. Rainer lernte von ihm das Geigenspielen. Ab 1952 spielte er in der Stadtkapelle Posaune.

Behütet in der Familie wächst Rainer in Komotau auf.
Aus der Heimat ausgewiesen mit sechs Jahren.
Hochzeit in der St.-Mang-Kirche: Erika und Rainer Heidlas.
Quelle: Familie Heidlas

Hier steht die Biografie