Treffen der Sudetendeutschen

Der erste Sudetendeutsche Tag
im Mai 1950 in Kempten

Die Sudetendeutschen Landsmannschaften organisierten das erste Zusammenkommen für Heimatvertriebene aus dem Sudetenland in Kempten als „erste geschlossene Willensbekundung des gesamten Deutschtums seit der Vertreibung“. Der erste Sudetendeutsche Tag fand an Pfingsten 1950 mit einem abwechslungsreichen Programm statt. Seitdem findet das Treffen immer an Pfingsten statt, 2026 sogar erstmals in Tschechien – als Zeichen der Versöhnung.

Ein Fest der Begegnung mit 40.000 Besuchern

Der Kemptner Oberbürgermeister Dr. Georg Volkhardt eröffnete die Feierlichkeiten mit politischen Ehrengästen wie Verkehrsminister Dr. Hans-Christoph Seebohm als Schirmherr, dem „Vertriebenenminister“ Dr. Hans Lukaschek und Schwabens Regierungspräsident Hans Martini im Kornhaus. Insgesamt reisten am Pfingstwochenende rund 40.000 Gäste aus Deutschland und Österreich mit Sonderzügen und Bussen nach Kempten. Verschiedene Heimatortsgemeinschaften veranstalteten eigene Heimattreffen und Heimatabende, bei denen sich Bekannte und Verwandte wiedersehen konnten.

Zwischen politischer Kundgebung und Kulturprogramm

Zum Kulturprogramm gehörten Kunst- und Buchausstellungen in der Residenz, Theateraufführungen im Stadttheater und verschiedene Konzerte im Kornhaus. Am Königsplatz war das Festzelt, in dem die Stadtkapelle spielte. Den politischen Höhepunkt bildete die Kundgebung am Pfingstmontag. Hier forderten die Redner einerseits das Recht der Heimatvertriebenen auf eine friedliche Rückkehr in die Heimat, andererseits Möglichkeiten zur Entfaltung ihrer Leistungsfähigkeit und die Integration in die neue Heimat.

(vgl. Der Allgäuer, 27.05.1950, 30.05.1950; Stadtarchiv, Festschrift)

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