„Die Kemptner begegneten
Udo Scholz
uns mit einem
gewissen Abstand.“

geboren 29. September 1913
in Mährisch-Schönbrunn
gestorben 26. Dezember 1989
in Kempten
Heirat mit seiner Frau Helene
1945 Vertreibung
1946-1976 Zeichen- und Geografie-
lehrer an Oberrealschule
1949 Geburt von Sohn Herbert
Mitbegründer der vhs Kempten
Goldene Residenzmedaille
Goldene Bürgermedaille der Stadt
Bundesverdienstkreuz am Bande
Bayerische Umweltmedaille
Die erste Stelle war als Anstreicher
Heimat und Kindheit
Udo Scholz kam 1913 in Schönbrunn im Sudetenland (heute Jedlová u Poličky, Tschechien) zur Welt. Er besuchte die Volks- und Oberrealschule in Mährisch-Ostrau. Nach dem 1931 bestandenen Abitur studierte Scholz an der Deutschen Universität und an der Deutschen Technischen Hochschule in Prag Lehramt für Geografie und Kunsterziehung. Danach arbeitete er am Lehrstuhl für Architektur an der Technischen Hochschule in Prag.
Flucht und Vertreibung
Udo Scholz und seine Frau Helene erhielten am 8. Dezember 1945 die Aufforderung der Tschechen, die Koffer zu packen. Als Künstler packte er damals Bücher und seine Prager Skizzenbücher ein. Jeder hatte einen Rucksack, einen Koffer, eine Akten-
tasche und eine Decke dabei. Der Weg führte das Ehepaar im Güterwaggon über Weiden ins Flüchtlingslager München-Pasing, wo zwölf Menschen in einem Raum lebten. Scholz hielt
damals unter anderem das Siegestor, die Frauenkirche und das Schloss Nymphenburg mit seinem Bleistift fest.
Neuanfang in Kempten
Die erste Stelle Kempten war als Anstreicher, bis er im März 1946 eine Stelle an der Oberrealschule Kempten erhielt. Mit Hilfe von Schuldirektor Pröller bekamen die Scholz’ bald ein Zimmer im Haus an der Ecke Salz-/Poststraße. Geheizt wurde mit Briketts, Torf und Sägespänen. Lebensmittel, Textilien, Schuhe oder Geschirr gab es nur auf Marken und dazu musste man oft stundenlang anstehen. Scholz hielt Kempten und das
Oberallgäu in seinen zahlreichen Skizzenbüchern fest. Er engagierte sich nicht nur im Allgäu-Gymnasium, sondern auch im Zumsteinhaus, wo er eine umfangreiche Mineraliensammlung aufbaute.



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